Dienstag, 25. Januar 2011

Netzwerkmarketer benutzen jetzt Kinder für ihre Zwecke

Es geschah am 18.01.2011, als ich mich voller Vorfreude auf den Weg nach Alt Erlaa (Wien/Liesing) machte. Ziel sollte ein so genanntes (harmloses) Einführungsgespräch für einen kleinen Gelegenheitsjob als Flyer- Verteiler sein. Ich hatte mich, in etwa 4 Tage zuvor, auf eine (harmlose) Anzeige im Internet beworben, in der geschrieben stand, dass "fleißige Flyer- VerteilerInnen" gesucht werden.
In Alt Erlaa angekommen traf ich um 10:00 Vormittags auf Herrn S. mit dem ich mich anschließend in ein Café setzte. Nach einigen Fragen zu meiner Person, fingen wir an über ihn und meine zukünftige Tätigkeit als Flyer- Verteilerin zu reden. Ab da an wurde es wirklich interessant.
Herr S. erzählte mir, dass er sich mit dem Vertrieb von Kosmetikprodukten beschäftige und fragte mich gleich im Anschluss, ob mir "Forever Living Products" ein Begriff sei. Ich ahnte bereits nichts Gutes, verneinte jedoch, so dass ich im Nu einen Flyer (kleine Broschüre trifft es besser) vor mir liegen hatte. Dort wurden, zum Teil überteuerte, Aloe Vera Produkte und vor allem auch das Unternehmen "Forever Living Products" beworben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass es sich um MLM Marketing handelte, beschloss jedoch zum Schein darauf einzusteigen. Jetzt kommt der wirklich interessante Teil.
Meine Tätigkeit als Flyer- Verteilerin, sollte im Prinzip so aussehen, dass ich aktiv Leute anspreche, um bestimmte Produkte zu bewerben. Allerdings sollten dies nicht irgendwelche Personen sein, sondern: Schulkinder!
Herr S. hatte die blendende Idee, dass ich mich nach Schulschluss zu den Bushaltestellen oder vor die Schulen begeben solle, um Minderjährigen die Produkte von "Forever Living Products" anzudrehen. Ein wenig später meinte er auch, dass ich ja, wenn ich bei der (harmlosen) "Flyer- Verteilung" Erfolge erzielen würde, auch ins Netzwerk- Marketing einsteigen könne. Als ich dies verneinte, versuchte er mich davon zu überzeugen, dass MLM- Marketing die beste Unternehmensform und nicht eine Pyramide, wie alle anderen Unternehmen in Österreich, sei. Herr S. meinte, dass ich ja meinen Freunden, Verwandten und Bekannten die Kosmetikprodukte verkaufen könne (dass ganze Beziehungen an so einer Form der Geschäftemacherei zerbrechen können, erwähnte er nicht). Zum Schluss meinte er dann, dass er mich schon dazu kriegen würde "Forever Living Products" beizutreten, wenn ich erst einmal "Blut geleckt" hätte. Die Mähr vom Reichtum und leicht verdienten Geld habe ich natürlich auch aufgetischt bekommen. Als "Andenken" gab er mir noch seine "seriöse" Visitenkarte mit (siehe Bild).
Als wir uns dann beide auf den Weg zur U Bahn machten, wurde ich noch danach gefragt, ob ich Kontakte zu Frauen im "ehemaligen Ostblock" hätte. Obwohl ich diese habe, verneinte ich die Frage abermals und erkundigte mich nach seinen Gründen. Er erklärte mir, dass er zum einen slovakische Masseurinnen bräuchte und zum anderen, dass zahlreiche Produkte der Firma "Forever Living Products GmbH" in Österreich und Deutschland nicht legal seien. Aha.
Ich verkniff mir meinen Lachkrampf (und einiges mehr) und verabschiedete mich einige Stationen später von Herr S.

Fazit:
  • Achtung! Netzwerkmarketer locken Leute jetzt auch mit scheinbar harmlosen Job- Inseraten.
  • Vor Kindern wird auch nicht Halt gemacht.
  • Illegale Produkte, werden in Osteuropa vertrieben.
  • Masseurinnen sind immer gefragt ;).

Mit diesem Bericht, will ich nochmals alle vor der Unternehmensform des Netzwerkmarketing warnen. Zahlreiche Personen haben dadurch schon große Summen an Geld verloren und sind ihren Familien entfremdet worden. Viele MLM- Unternehmen sind ähnlich wie Sekten organisiert und versuchen ihre Mitglieder mit psychischem Druck gefügig zu machen.
Finger Weg!

Vorsichtige Grüße,
D. S.


P. S.: Für genauere Informationen könnt ihr auch auf der Website http://mlmsurvivor.com/ schlau machen (leider derzeit nur auf Englisch).



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Quellen:
eigene Erfahrung
http://mlmsurvivor.com
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